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Steag-Kraftwerk: Die Zukunft des Lüner Standortes ist noch offen.

 

Ruhrnachrichten, 12. September 2016, Peter Fiedler

Unternehmen will sparen

Steag-Kraftwerk in Lünen steht auf dem Prüfstand

LÜNEN Die Entwicklung auf den Energiemärkten setzt das Unternehmen Steag finanziell unter Druck. Sie beschleunigt Überlegungen des Energie-Unternehmens, Geld durch Stilllegungen einzusparen – indem sie ganze Kraftwerke vom Netz nehmen oder sie vorübergehend abschalten. Die Zukunft des Lüner Standortes ist dabei noch offen.

 

Die Lüner Steag-Kraftwerke sind keineswegs sichere Standorte. Das Unternehmen überlegt derzeit, wo Geld gespart werden kann - auch durch Stilllegungen. _Archivfoto

Die Lüner Steag-Kraftwerke sind keineswegs sichere Standorte. Das Unternehmen überlegt derzeit, wo Geld gespart werden kann – auch durch Stilllegungen. _Archivfoto

Im Rahmen des strategischen Projekts „Steag 2022“ sei es „Teil der Überlegung, Kraftwerke, die keinen positiven Ertrag mehr erwirtschaften, zeitweise oder endgültig aus dem Markt zu nehmen“, teilte die Steag am Montag mit.

Um das Lüner Kraftwerk an der Moltkestraße, im Ursprung das älteste der Steag, ranken sich schon seit Jahren Spekulationen um eine Stilllegung. Ob und wann der Standort Lünen mit gegenwärtig 150 Beschäftigten betroffen ist, teilte das Unternehmen nicht mit. Es gebe, so ein Sprecher, bei der Steag für jeden Kraftwerksblock „klar definierte Auslaufszenarien“. Jetzt werde geprüft, ob man diese vorzieht.

Batteriespeicher werden Standort nicht retten

Das Lüner Kohlekraftwerk verfügt über zwei Blöcke mit zusammen circa 500 Megawatt (MW) Leistung. Im kleineren 150-MW-Block wird Strom für die Deutsche Bahn produziert. Der Vertrag läuft noch bis 2018. Dass die Steag auf dem Lüner Kraftwerksgelände ein Großbatteriesystem zur Energiespeicherung mit einer Kapazität von 15 MW installiert hat und testet, trägt nicht zur Sicherung des Kraftwerksstandortes bei, wie ein Sprecher auf Nachfrage erklärte. Man brauche nicht zwingend ein laufendes Kraftwerk, sondern Netzzugang. Die Batterien könnten auch aus anderen Quellen als dem Kohlekraftwerk gespeist werden.