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Der Heinrich-Bußmann-Preis 2018 der SPD Lünen geht an den Lüner „Arbeitskreis Flüchtlinge“

 

Erstellt: 10. Juli 2017_Beate Rottgardt_RN-Redaktion Lünen

 

Ausgezeichnetes Engagement Arbeitskreis Flüchtlinge erhält den Bußmann-Preis

LÜNEN Die Entscheidung in der Jury fiel einstimmig – der Heinrich-Bußmann-Preis 2018 der SPD Lünen geht an den Arbeitskreis Flüchtlinge. Man will damit auch ein Zeichen setzen, einen Dank richten an die vielen Ehrenamtlichen, die sich in Lünen auf unterschiedlichste Weise für geflüchtete Menschen engagieren.

 

„Aufstehen, aufeinander zugehen!“ Diese Liedzeile, gesungen bei einem Fest des Arbeitskreises für Flüchtlinge und Ehrenamtliche, könnte auch Motto des neuen Trägers des Heinrich-Bußmann-Preises sein. Foto:_Johanna Mack

„Ich finde es wunderschön, dass die Arbeit der vielen Menschen, die sich in den vergangenen Jahren für Geflüchtete engagiert haben und es weiterhin tun, durch den Preis anerkannt wird“, freute sich Willi Engelbertz, einer der langjährigen Sprecher des Arbeitskreis Flüchtlinge (AK).

Jury-Vorsitzender Dr. Dieter Wiefelspütz hatte ihn über die Entscheidung informiert. Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Wiefelspütz hatte den Vorsitz von Prof. Ludwig Bußmann, dem Neffen von Widerstandskämpfer Heinrich, übernommen. Vier Bürger und Institutionen hatten den AK Flüchtlinge als Preisträger vorgeschlagen.

„Wir können und wollen noch vieles für die Flüchtlinge tun“

Auch Armin Böck, wie Engelbertz seit vielen Jahren im AK Flüchtlinge engagiert, freut sich über die Auszeichnung: „Für uns ist der Preis wichtig, weil wir auf diese Weise auch Öffentlichkeit für unsere Arbeit erreichen.“ Was mit dem Preisgeld geschieht, will der Arbeitskreis gemeinsam entscheiden. „Wir können und wollen noch Vieles für die Flüchtlinge tun“, so Böck.

AK Flüchtlinge half Ende der 80er-Jahre Flüchtlingen aus Vietnam 

Seit Ende der 80er-Jahre gibt es den AK Flüchtlinge. „Als die Boat-People aus Vietnam hierher kamen, haben wir schon eine große Hilfsbereitschaft in der Lüner Bevölkerung erlebt“, erinnert sich Engelbertz. Seit viele Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten in Lünen Zuflucht suchen, wuchs die Zahl der Lüner, die sich im AK Flüchtlinge oder auch darüber hinaus für die Geflüchteten engagieren, stetig. Engelbertz: „Wir sind ja kein Verein, haben also auch keine Mitglieder. Aber ich denke, dass es weit mehr als 100 Lüner sind, die sich für die Geflüchteten einsetzen.“

Flüchtlingshelfer wünschen sich, von der Politik ernst genommen zu werden

Er würde sich wünschen, dass die Politik, „auch die Motive, die uns umtreiben, ernst nimmt“. Man habe sich auch an Bundespolitiker gewandt, um das Recht der Flüchtlinge auf Familienzusammenführung wieder stärker in den Blickpunkt zu rücken. „Da sind immer mehr Menschen betroffen. Flüchtlinge, deren Angehörige noch in syrischen Kriegsgebieten sind oder in anderen Ländern in Lagern und bei denen Konsulate die Ausstellung von Papieren hinauszögern“, so Engelbertz.

 

Preisverleihung im Januar 2018

– Der Heinrich-Bußmann-Preis wird seit 1994 alle zwei Jahre verliehen und ist mit 500 Euro dotiert.
– Namensgeber ist der engagierte Sozialdemokrat Heinrich Bußmann, der im KZ Dachau von den Nazis ermordet wurde.
– Die Preisverleihung an den Arbeitskreis Flüchtlinge findet am Samstag, 21. Januar 2018, um 11 Uhr im St. Georg-Gemeindezentrum, St. Georg-Kirchplatz, statt.
– Laudator und Musik werden mit den Preisträgern noch abgesprochen.